Stefan Gaßmann | 18. Juni 2020

Die Gottesfrage im Angesicht von Schwester Erde

Zur theologischen Fundierung christlicher Umweltethik im Gespräch mit der Enzyklika Laudato Si’ und der Philosophie Jean-Luc Marions

Am 24. Mai feierte die Umweltenzyklika Laudato Si’ (=LS) ihr fünftes Jubiläum. Sie kann als ein Wendepunkt in der Sozialverkündigung der Kirche angesehen werden, da sie das erste lehramtliche Dokument ist, das die ökologische Krise in all ihren Facetten in den Mittelpunkt stellt. Dabei müssen sich Sozialethiker von den Impulsen, die LS setzt, auch anfragen lassen, insbesondere im Blick auf die theologische Fundierung christlicher Umweltethik: LS zeigt auf, dass ein Denken in Bereichslogiken, formalen Prinzipien und technischer Rationalität an der ökologischen Krise als solcher vorbeigeht. Es bedarf vielmehr – gerade auch angesichts der sozialethischen Implikationen dieser Krise – einer genuin theologischen Antwort. Die Gottesfrage gehört mit in den Diskurs um diese Krise.

Eine Schwierigkeit, die LS dabei für eine entsprechende Deutung und Rezeption durch die Sozialethik bietet, ist, dass der Enzyklika ein klares begriffliches Zentrum fehlt. Die theologische Sozialethik bedarf aber ein solches, um der ökologischen Krise einerseits explizit theologisch gegenübertreten zu können. Andererseits sollte sie diesen theologischen Ansatz – wenn er klar gefasst ist – dann auch wieder mit Prinzipien verbinden können, die es ermöglichen auf konkrete Sachfragen, die immer mit Bereichslogiken und methodisch-technischer Rationalität verknüpft sein werden, Antworten geben zu können. Ein möglicher Ansatz zu einer solchen Erschließung eines begrifflichen Zentrums in LS könnte von der Philosophie Jean-Luc Marions her gewonnen werden.

Dieser hielt den Abschlussvortrag seiner Papst Benedikt XVI-Gastprofessur über das Thema des Verhältnisses von Philosophie und Theologie zur ökologischen Krise. Er eröffnete ihn mit einer Überlegung dazu, inwiefern die ökologische Krise keiner technokratischen Lösung zuführbar sei, sondern es gerade Philosophie und Theologie zukomme, diese in den Blick zu nehmen:

Die ideologischen Geschäftigkeiten, die technologischen Basteleien und die ökonomischen Rückgewinnungen bleiben ganz offensichtlich weit hinter dem zurück, was auf dem Spiel steht, und verschleiern sogar dessen Ernst, wie so viele andere Zerstreuungen auch. Man kann hier folglich ein gesättigtes Phänomen wiedererkennen: ein Phänomen, in dem das Übermaß an Anschauung (von Bildern, Informationen, Fakten, Data etc.) bei weitem all das übersteigt, was ein Begriff oder eine Gesamtheit von Begriffen in einem objektivierbaren Phänomen darstellen könnte. Und tatsächlich braucht es nicht weniger als die Philosophie, um dessen Ursprung zu analysieren, und auch nicht weniger als die Theologie, um zu versuchen, sich ihm in angemessener Weise zu stellen (Marion, Jean Luc, Das Erscheinen des Unsichtbaren. Fragen zur Phänomenalität der Offenbarung. Freiburg/Br. 2018. S. 119).

Das Konzept des gesättigten Phänomens ist eines der zentralen Begrifflichkeiten Jean-Luc Marions, der bestrebt ist „reine Gegebenheit“ zu denken, also wie sich etwas als sich selbst gibt, ohne dass dieses Gegebene vom Subjekt vereinnahmt, zum Objekt gemacht wird. Das abstrakte, objektivierende Denken sieht Marion dabei als eigentlichen Grund der ökologischen Krise:

[D]iese Objekte, die zunächst durch das Denken konstituiert wurden, werden, im Zeitalter der Technik, auch unter dem Gesichtspunkt der Effektivität produziert und meistens sogar industriell reproduziert. Dass sie von nun an in so großen Mengen reproduziert werden, dass sie, wie wir feststellen können, die natürlichen Dinge überdecken, ja sogar verbergen, das führt nicht nur dazu, dass wir den Zugang zu dem verlieren, was man früher die „Natur“ nannte […], sondern dies ruft auch einen Widerstand der Welt selbst hervor, die ihr Territorium und ihre Unreduzierbarkeit auf eine solche Gesamtheit der Gegenstände dadurch markiert, dass sie diese an ihren Rändern als ausgelagerte wiedererscheinen lässt, weil es ihr nicht gelingt, sie wieder in ihren Kreislauf des Werdens und Vergehens aufzunehmen […] und sie daher als Müll zur Erscheinung kommen lässt (Marion, S. 122).

Liest man diese Passagen und die Überlegungen Marions zur Beziehung von Philosophie und Theologie zur ökologischen Krise, wähnt man eine gewisse sprachliche Nähe zu einer nicht unprominenten gedanklichen Figur in Kreisen von Umwelt- und Klimaschützern, die gerade auch während der Corona-Krise häufiger in Stellung gebracht wurde und etwa lautet: „Mutter Erde rächt sich, weil wir sie verletzt haben!“. Genau gegen eine solcherart vollzogene Mystifizierung der Erde verwahren sich die Überlegungen aber ausdrücklich:

Die […] Versuchung besteht darin, die Erde als eine Mutter und möglicherweise auch als eine Rabenmutter zu verehren, die der Menschheit gegenüber das Recht auf Vergeltung hätte, indem sie sie zwingen würde, zum Wohle der anderen Lebewesen von der Erde zu verschwinden, oder ihr äußersten Falls auch erlauben würde, teilweise in ein, wenn auch problematisches Exil auf andere Planeten zu gehen. […] Oder mit einem Wort: Wird die Mutter Erde nicht ihre Opfer verlangen? Es muss hier vorerst genügen, dazu die Mahnung des heiligen Augustinus zu vernehmen: „In vera autem theologia, opus Dei est terra, non mater“ (Marion, S. 130f.).

Das „gesättigte Phänomen“ der ökologischen Krise gerät also in zweierlei Hinsicht aus dem Blick: Entweder indem man es im Rahmen des objektivierend-technischen Paradigmas zu ‚bearbeiten‘ sucht. In dieser Perspektive verschwindet die Natur aus dem Denken mit der Folge von Müll im weitesten Sinne (auch Umweltverschmutzung). Man könnte sagen: So wird die Erde ihrer Würde, ihres geschöpflichen Eigenwerts beraubt. Oder die ökologische Krise gerät als solche aus dem Blick durch eine „verschmelzenden Unmittelbarkeit“ (Marion, S. 131), in der gleichsam der Mensch im Angesicht der Natur aus dem Denken verschwände. Man könnte auch sagen: So wird am Ende die Würde des Menschen in einem Kult um die Mutter Erde geopfert.

In dieser zweifachen Abgrenzung um der Wahrung der Würde der Erde einerseits und der Würde des Menschen andererseits willen, zeigen sich auffallende Parallelen zu Papst Franziskus’ Enzyklika: Obwohl dort die Rede davon, „dass in der Welt alles miteinander vernetzt ist“ (LS 16) und auch der Gebrauch der Metapher der „Mutter Erde“ (LS 1) den Eindruck erwecken könnten, als gehe es in einer religiösen Deutung der ökologischen Krise um eine Mystifizierung der Erde zur numinosen „Mutter Erde“. Aber wie Marion stellt sich die Enzyklika einer solchen Deutung explizit entgegen, denn:

Das bedeutet nicht, alle Lebewesen gleichzustellen und dem Menschen jenen besonderen Wert zu nehmen, der zugleich eine unermessliche Verantwortung mit sich bringt. Es setzt ebenso wenig eine Vergötterung der Erde voraus, die uns die Berufung entziehen würde, mit ihr zusammenzuarbeiten und ihre Schwäche zu schützen (LS 90).

Zugleich wird klargestellt, warum diese Mystifikation der Erde immer ein defizitäres Menschenbild und damit auch sozialethisch bedenkliche Implikationen enthält: „Ein Empfinden inniger Verbundenheit mit den anderen Wesen in der Natur kann nicht echt sein, wenn nicht zugleich im Herzen eine Zärtlichkeit, ein Mitleid und eine Sorge um die Menschen vorhanden ist.“ (LS 91) Papst Franziskus gebraucht daher nicht von ungefähr häufiger die Formulierung aus dem Sonnengesang des heiligen Franziskus von der „Schwester Erde“ (etwa: LS 1). Es geht nicht um eine Unterordnung der menschlichen Würde unter die der anderen Geschöpfe, sondern um ein Mitsein aller Geschöpfe – Mensch und Natur – vor ihrem Schöpfer, ihrem Vater, der allen ihre jeweilige Würde geschenkt hat (bes. LS 67-69 und 84-86).

Gleichzeitig sieht Papst Franziskus – auch hierin in der Sache mit Marion übereinstimmend – die tiefere und eigentliche Ursache der ökologischen Krise im „technokratischen Paradigma“ (LS 101ff.), der Vorherrschaft des objektivierenden Denkens, das der Papst in LS 106 in auffallender Nähe zu den Überlegungen Marions beschreibt. Technologie wird dabei nicht als in sich schlecht bewertet (vgl. LS 104). Vielmehr sei das Problem, das sich mit der Technologie verbände, das Problem der Macht, die sie den Menschen verliehe (vgl. LS 103-105). Es geht eben um den Kratos: das Machtausüben, das Herrschenwollen, oder wie Marion sagt den „objektivierenden Imperialismus“ (Marion, S. 131) der Technokratie:

Beide Versuchungen [ sc. objektivierender Imperialismus und verschmelzende Unmittelbarkeit] erwachsen aus einem einzigen Mangel: Es fehlt ihnen an der angemessenen Distanz zwischen der Welt und uns. Entweder sie halten an einem transzendentalen Abstand fest, von dem aus wir die Welt von weitem dominieren, um sie als ein vollständiges Objekt zu beherrschen. Oder sie heben jede Distanz auf, um uns dann aus jeder Behausung in der Welt zu verbannen (Marion, S. 131).

Diese Bestimmung kann auch auf LS übertragen werden (vgl. bes. LS 78), ohne dass dort explizit von einer solchen „angemessenen Distanz“ gesprochen würde. Erschöpft sich dann aber der Beitrag einer genuin christlichen Umweltethik nur darin, diese angemessene Distanz zur Welt anzumahnen? Ist dann der von Marion erhobene Anspruch, dass die ökologische Krise ein genuin philosophisches und theologisches Feld sei, nicht überzogen?

Nein, vielmehr gilt für Marion, dass Theologie es zuallererst überhaupt ermöglicht, diese angemessene Distanz zu finden. Um dies nachzuvollziehen ist wieder auf das Konzept des gesättigten Phänomens zurückzukommen: Das Übermaß an Anschauung, das in keinen Begriff gefasst werden kann, dispensiert eben nicht von der Begriffsbildung als solcher, macht diese doch gerade das Leben des Bewusstseins aus. Vielmehr eröffnet dieses Übermaß an Anschauung eine fortwährende und niemals abzuschließende Hermeneutik in der das gesättigte Phänomen immer wieder umkreist wird. In diesem hermeneutischen Prozess gelangt der Mensch im Denken Marions allererst zu sich selbst: Das gesättigte Phänomen ist, weil nicht zu einem Objekt zu abstrahieren, der Ort an dem das Bewusstsein, das Subjekt ganz auf sich zurückfällt und so allererst es selbst werden kann. Neben der religiösen Offenbarung und der ökologischen Krise sind für Marion auch das Ereignis, der Leib und der Andere als sogenannte „Ikone des Unsichtbaren“ (vgl. Marion S. 101) solche gesättigten Phänomene. Der Prozess der sich in ihrer Bewältigung entzündet ist für ihn dabei immer ein theologischer: Die „angemessene Distanz“ zwischen „objektivierendem Imperialismus“ (man könnte auch sagen: Sich Verlieren im Begriff) und „verschmelzender Unmittelbarkeit“ (man könnte auch sagen: Sich Verlieren in der Anschauung) zu finden setzt voraus, dass der Mensch (um sich nicht zu verlieren, sondern sich zu finden) das im gesättigten Phänomen Gegebene und der damit verbundenen Erfahrung sich selbst gegeben zu sein, weil er im Blick auf das nichtobjektivierbare gesättigte Phänomen auf sich als Subjekt zurückfällt, eben als Gegebenes auszuhalten und zu erfahren. Dies ereignet sich nur vom Horizont der Liebe des gebenden Gottes her, daher kann das gesättigte Phänomen auch als ein ‚Einfallstor‘ in das Bewusstsein für die Erfahrung der Selbstoffenbarung Gottes verstanden werden: Das gesättigte Phänomen provoziert die Gottesfrage!

Solcherart versteht der Mensch also im gesättigten Phänomen der „ökologischen Krise“ die Erde als Schöpfung. Versteht, nicht begreift! Letzteres bedeutete wieder die Erde in einen Begriff „Schöpfung“ hinein zu objektivieren. Es geht aber darum, dass die Schöpfung in der Anschauung als Schöpfung erlebt wird und sich der Mensch in einer hermeneutischen Praxis auf sie als uneinholbares Gegenüber bezieht: nicht umsonst werden der Andere und die ökologische Krise von Marion jeweils als Manifestationen eines gesättigten Phänomens erfasst. Beide haben in ihrer Gegebenheit eine Unverfügbarkeit gegenüber dem Bewusstsein, die dieses nur umkreisen niemals aber ‚erfassen‘ kann und genau darin machen sie das „Unsichtbare“ sichtbar, stellen sie die Frage nach Gott und können so auf dessen Selbstmitteilung bezogen gedacht werden.

Hier klärt sich dann auch inwiefern die Beschreibung der ökologischen Krise als gesättigtes Phänomen Licht auf LS werfen kann: Es schließt eine konzeptuelle Leerstelle der Enzyklika, indem es ein begriffliches Zentrum anbietet, das die verschiedenen gedanklichen Bögen der Enzyklika zu integrieren vermag:

  1. Im Begriff des gesättigten Phänomens ist die Bewegung hin zum Finden der angemessenen Distanz enthalten. So kann die Rede in LS davon, dass alles miteinander symbiotisch vernetzt ist und andererseits die Würde des Menschen als herausgehobenes Geschöpf in der Schöpfung betont wird, so zusammengedacht werden, dass beides als die zwei Seiten derselben Medaille aufzufassen sind. Die Erfahrung der Würde des Menschen, ganz sich selbst gegeben zu sein, ereignet sich erst im Gegenüber zum ungesättigten Phänomen der ökologischen Krise, in der die Erde als ebenso Gegebenes erfahren wird.
  2. Dass es in dem langen Schlusskapitel „Ökologische Erziehung und Spiritualität“ (LS 202-246) vor allen Dingen auch um eine Herzensbildung (etwa: LS 220f.) und ein Wecken des Sinns für das Schöne geht ( LS 215), kann ebenfalls vor dem Hintergrund der Überlegungen Marions gedeutet werden: So ließe sich sagen, um das gesättigte Phänomen der ökologischen Krise wirklich ‚bewältigen‘ zu können, bedarf es einer hermeneutischen Praxis, und damit einer Erziehung, die nicht auf die Vermittlung von Begriffen, sondern eben Herzensbildung abzielt um einen Sinn für die Schöpfung, wie sie sich als Schöpfung in der Anschauung gibt, zu erhalten – das kann mit den Worten von LS gerade mit einem Sinn für das Schöne assoziiert werden und die Erfahrung von Lebensqualität ( LS 222-226) im Erleben des guten Garten Gottes.
  3. Es kommt daher kaum von ungefähr, dass in LS bei der praktischen ‚Bewältigung‘ der ökologischen Krise auch beständig von „Dialog“ gesprochen wird, besonders häufig im Kapitel V „Einige Leitlinien für Orientierung und Handlung“ (LS 163-201): Hermeneutische Praxis und ein denkerisches Umkreisen eines gesättigten Phänomens ist immer auch dialogisches Geschehen, da einerseits die Bedeutung dieses Phänomens niemals eingeholt werden kann, andererseits aber gerade auch der oder die Andere selber dem denkenden Bewusstsein als uneinholbares gesättigtes Phänomen erscheint. Daher kann mit dieser Konzeption auch der innere Zusammenhang solidarischen Handelns mit den Mitmenschen und der Solidarität mit der Schöpfung insgesamt aufgehellt werden und von dort aus klargemacht werden, warum die ökologische Krise einer genuin theologischen Antwort bedarf:

Denn so entscheidet die Vaterschaft Gottes auch über den Ursprung der Erde, die sich damit als gegeben offenbart. Dieses Geben, die im Voraus freigibt, ereignet sich ohne uns, also ohne dass wir sie beherrschen könnten: Die Erde zu empfangen wie ein vorausgehendes Gegebenes, befreit uns also davon, sie beherrschen zu müssen, verbietet uns, sie in Besitz zu nehmen. Aber dieses Gegebene entbindet uns nicht von der Verantwortung ihm gegenüber. Im Grunde genommen drückt dieselbe Endlichkeit sowohl der Welt der Erde als auch unserem Menschsein (dem Humanum), das aus diesem Humus selbst hervorgeht, ihren Stempel auf. Weil der Mensch bereits in dieselbe Geschichte hineingenommen ist wie die Erde, die ihm seine Welt gibt, kann und soll er das nicht beherrschen, was ihm von anderswoher zukommt, oder genauer, was ihm von demselben Anderswoher zukommt wie das, von dem er selbst herkommt. Die Erde und der Mensch, der keine andere Welt hat als sie, wissen sich daher in einer merkwürdigen Brüderlichkeit einander verbunden, weil sie dasselbe Anderswoher miteinander teilen (Marion, S. 132).

Das was Marion hier mit Brüderlichkeit zwischen Mensch und Erde und LS im Bild der Schwester Erde ausdrückt ist vor dem Hintergrund der angestellten Überlegungen, dabei mehr als wenn LS einfach das zentrale Prinzip christlicher Sozialethik, nämlich das der Menschenwürde, einfachhin auf die Erde übertrüge: das wäre entweder wieder ein verobjektivierender Zu-griff (!) oder eine anthropomorphische Mystifikation, die beide der Erde, so wie sie sich gibt, nämlich als Mitgeschöpf und Schwester, nicht gerecht würden. Eine christliche Umweltethik kann es sich so einfach nicht machen: vielmehr muss sie ihren Ausgangspunkt im hermeneutischen Umkreisen der Schöpfung nehmen, von der Erfahrung der eigenen Geschöpflichkeit im Angesicht der Schöpfung hin zu einer Solidarität aller Geschöpfe des einen Vaters. Dies ist ein Weg, wie sich der ökologischen Krise als ökologischer Krise begegnet werden kann ohne in eine entweder rein technische oder esoterische Antwort zu verfallen und sich so von der gottgeschenkten Würde aller zu verabschieden. Die Gottesfrage ist gerade auch für die Bewältigung der ökologischen Krise mit einzubringen, um die angemessene Distanz zur Welt als Schwester Erde zu finden, die eine solche Lösung allererst ermöglichen würde.

Der Verfasser

Mag. theol. Stefan Gaßmann ist Wissenschaftlicher Referent der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach sowie Wissenschaftliche Hilfskraft am Seminar für Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie der WWU Münster.